Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem eine Siemens Waschmaschine mitten im Waschprogramm stehen blieb. Die Trommel war nicht blockiert, das Wasser war abgepumpt, und trotzdem erschien immer wieder der Fehlercode E38-26. Für viele Besitzer wirkt so ein Fehler zunächst wie ein komplizierter Elektronikdefekt. In der Praxis liegt die Ursache aber häufig an einer Stelle, die man mit etwas Geduld selbst prüfen kann.
Bei Siemens-Geräten begegnet mir dieser Fehler vor allem bei Maschinen, die schon einige Jahre im Einsatz sind. Oft beginnt es unspektakulär: Die Waschmaschine stoppt gelegentlich, das Programm dauert länger oder die Trommel dreht nicht mehr so zuverlässig wie früher. Der Fehlercode ist dann die Art, wie die Maschine mitteilt, dass ein bestimmter Ablauf nicht mehr korrekt funktioniert.
Der Fehler E38-26 weist bei vielen Siemens Waschmaschinen auf ein Problem im Bereich des Antriebs beziehungsweise der Motorsteuerung hin. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Motor kaputt ist. Häufig geht es um die Verbindung zwischen Motor, Elektronik und den Bauteilen, die die Drehbewegung überwachen. Genau dort lohnt sich eine sorgfältige Fehlersuche.
Was bedeutet der Fehlercode E38-26 bei einer Siemens Waschmaschine?
Wenn eine Siemens Waschmaschine diesen Fehler anzeigt, erkennt die Steuerung eine Unstimmigkeit zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Verhalten des Motors. Die Elektronik gibt dem Motor eine bestimmte Anweisung, bekommt aber nicht die passende Rückmeldung zurück. Vereinfacht gesagt: Die Maschine möchte die Trommel bewegen, kann aber nicht sicher feststellen, ob der Antrieb richtig arbeitet.
In meinen Reparaturnotizen tauchen dabei immer wieder ähnliche Ursachen auf. Manche Maschinen haben nur ein Kontaktproblem, andere reagieren auf Verschleiß am Motor oder auf eine fehlerhafte Rückmeldung durch den Drehzahlsensor. Deshalb ist es wenig sinnvoll, sofort ein teures Ersatzteil zu bestellen. Eine Waschmaschine besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten müssen.
Ein häufiger Fehler von Anwendern ist, nur nach dem Fehlercode zu suchen und direkt den Motor zu verdächtigen. Der Code zeigt zwar die Richtung an, ersetzt aber keine Diagnose. Gerade bei Siemens-Modellen können ähnliche Symptome durch unterschiedliche Bauteile ausgelöst werden.
Die häufigsten Ursachen hinter dem Fehler
Probleme mit dem Motor und der Motorsteuerung
Der Motor ist natürlich einer der ersten Bereiche, die man prüfen sollte. Bei älteren Waschmaschinen können sich Bauteile im Motorbereich abnutzen. Besonders bei klassischen Universalmotoren spielen die Kohlebürsten eine Rolle. Sind diese stark verschlissen, bekommt der Motor nicht mehr zuverlässig Kontakt und die Trommel kann unregelmäßig laufen oder komplett stehen bleiben.
Bei moderneren Siemens Waschmaschinen mit bürstenlosen Motoren sieht die Situation anders aus. Dort gibt es keine Kohlebürsten als Verschleißteil, dafür können Steuerungselektronik oder Sensorik betroffen sein. Ein Motorwechsel auf Verdacht ist deshalb meistens der falsche erste Schritt.
Ein kleines praktisches Zeichen: Wenn die Trommel beim Start nur kurz ruckt, danach stoppt und der Fehler erscheint, schaue ich mir zuerst die Verbindung zwischen Motor und Steuerung an. Ein lockerer Stecker oder eine beschädigte Leitung kann ähnliche Symptome verursachen wie ein defekter Motor.
Fehlerhafte Rückmeldung durch den Drehzahlsensor
Die Waschmaschine muss wissen, wie schnell sich die Trommel dreht. Dafür sorgt ein Sensor, der die Motordrehzahl überwacht. Wenn diese Information fehlt oder falsch ist, kann die Elektronik nicht sicher arbeiten und bricht das Programm ab.
Ein verschmutzter, beschädigter oder schlecht verbundener Sensor kann bereits ausreichen, damit der Fehler E38-26 erscheint. Gerade bei Maschinen, die stark vibrieren oder nicht ganz gerade stehen, können Steckverbindungen mit der Zeit belastet werden.
Ich habe erlebt, dass nach einer einfachen Kontrolle und Reinigung eines Anschlusses ein vermeintlich großer Defekt verschwunden war. Natürlich ist das nicht immer der Fall, aber genau deshalb lohnt sich die systematische Prüfung.
Defekte oder beschädigte Kabelverbindungen
Viele Fehler entstehen nicht durch ein einzelnes Bauteil, sondern durch die Verbindung zwischen mehreren Teilen. Kabel bewegen sich während des Schleuderns, werden warm und kalt und sind ständig kleinen Erschütterungen ausgesetzt.
Ein Kabelbruch im Inneren sieht manchmal von außen völlig normal aus. Auch ein Stecker kann fest aussehen, obwohl die Kontakte nicht mehr sauber übertragen. Besonders im Bereich zwischen Motor und Steuerplatine sollte man genau hinsehen.
Die folgende Übersicht zeigt typische Erscheinungen und mögliche Zusammenhänge:
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Erster sinnvoller Prüfschritt |
|---|---|---|
| Trommel dreht kurz und stoppt | Motorsteuerung, Sensor oder Verbindung | Stecker und Leitungen kontrollieren |
| Fehler erscheint direkt nach Programmstart | Elektronik erkennt kein korrektes Motorsignal | Motorbereich und Sensor prüfen | Schleudern funktioniert nicht mehr | Drehzahlproblem oder Antriebsschwäche | Belastung des Motors und Rückmeldung prüfen |
| Fehler kommt nur gelegentlich | Kontaktproblem oder beginnender Verschleiß | Verbindungen und mechanische Belastung untersuchen |
Was kann man selbst überprüfen, bevor ein Techniker kommt?
Bevor man die Waschmaschine öffnet, sollte immer die Sicherheit im Vordergrund stehen. Die Maschine wird vom Stromnetz getrennt, nicht nur ausgeschaltet. Danach lohnt sich eine kurze Beobachtung: Wann genau erscheint der Fehler? Direkt beim Einschalten, beim Drehen der Trommel oder erst beim Schleudern?
Diese kleine Information hilft enorm. Ein Fehler, der erst bei hohen Drehzahlen auftritt, deutet oft auf ein anderes Problem hin als ein Fehler, der sofort nach Programmstart kommt.
Ein einfacher erster Schritt ist außerdem, die Trommel von Hand zu drehen. Sie sollte sich gleichmäßig bewegen lassen. Ein ungewöhnlicher Widerstand, Schleifgeräusche oder ein starkes Spiel können zusätzliche Hinweise geben. Das bedeutet zwar nicht automatisch, dass der Fehler E38-26 dadurch verursacht wird, aber es hilft bei der Eingrenzung.
Bei zugänglichen Steckverbindungen kann man auf sichtbare Schäden achten. Lose Kontakte, Korrosion oder beschädigte Kabelisolierungen sind Hinweise, die man ernst nehmen sollte. Ich rate allerdings davon ab, ohne Erfahrung an der Elektronikplatine zu messen. Dort können auch nach dem Ausschalten noch gefährliche Spannungen vorhanden sein.
Warum ein Zurücksetzen der Waschmaschine manchmal hilft – und manchmal nicht
Viele Nutzer versuchen zuerst einen Reset. Das ist verständlich, denn bei elektronischen Geräten kann ein Neustart gelegentlich einen vorübergehenden Fehler beseitigen. Bei einer Siemens Waschmaschine kann das bedeuten: Stecker ziehen, einige Minuten warten und das Gerät wieder anschließen.
Wenn der Fehler danach verschwunden bleibt, war möglicherweise eine kurzfristige Störung die Ursache. Kommt E38-26 jedoch wieder, sollte man nicht immer weiter resetten. Ein wiederkehrender Fehler ist meistens ein Hinweis darauf, dass ein echtes Problem vorhanden ist.
Eine Waschmaschine speichert Fehler nicht ohne Grund. Die Elektronik schützt damit nicht nur das Gerät, sondern verhindert auch, dass ein beschädigtes Bauteil weitere Schäden verursacht.
Wann lohnt sich eine Reparatur und wann eher ein Austausch?
Diese Frage bekomme ich häufig gestellt. Die Antwort hängt weniger vom Fehlercode allein ab, sondern vom Alter und Zustand der Maschine. Eine Siemens Waschmaschine, die ansonsten ruhig läuft und regelmäßig gepflegt wurde, kann durchaus noch viele Jahre vor sich haben.
Ein kleiner Defekt an einem Sensor, einem Kabel oder einer Verbindung ist etwas völlig anderes als eine beschädigte Hauptsteuerung. Die Kosten können stark unterschiedlich ausfallen. Deshalb sollte man zuerst herausfinden, welches Bauteil tatsächlich betroffen ist.
Bei einer älteren Maschine mit mehreren Problemen gleichzeitig lohnt sich manchmal eine ehrliche Rechnung. Wenn bereits Lagergeräusche vorhanden sind, die Pumpe Probleme macht und zusätzlich die Elektronik ausfällt, kann eine Reparatur wirtschaftlich weniger sinnvoll sein.
Bei einem einzelnen Fehler wie E38-26 würde ich aber nicht vorschnell auf einen Neukauf setzen. Viele Geräte werden ausgetauscht, obwohl eine gezielte Reparatur möglich gewesen wäre.
Meine Erfahrung mit der Fehlersuche: Nicht der Fehlercode entscheidet allein
Fehlercodes sind hilfreich, aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte. Ich sehe sie eher wie einen Wegweiser. Sie zeigen die Richtung, in der man suchen sollte, aber sie ersetzen nicht die eigentliche Untersuchung.
Gerade bei Waschmaschinen lohnt sich ein ruhiger Blick auf die Zusammenhänge. Hat sich das Geräusch verändert? Kommt der Fehler immer an derselben Stelle? Wurde die Maschine in letzter Zeit bewegt? Solche kleinen Details bringen oft mehr als ein schneller Austausch von Teilen.
Eine Waschmaschine ist ein Gerät, das jeden Tag mit Wasser, Bewegung und Belastung arbeitet. Dass nach Jahren einmal ein Kontakt schwächelt oder ein Sensor ausfällt, ist keine ungewöhnliche Situation. Entscheidend ist, wie man damit umgeht.
Ein Fehlercode als Hinweis, nicht als endgültiges Urteil
Der Siemens Waschmaschine Fehler E38-26 wirkt auf den ersten Blick kompliziert, doch die möglichen Ursachen lassen sich Schritt für Schritt eingrenzen. Wer nicht sofort vom schlimmsten Defekt ausgeht, spart häufig Zeit und Geld.
Am Ende ist es oft die Kombination aus genauer Beobachtung und etwas Geduld, die den Unterschied macht. Eine Maschine, die plötzlich streikt, ist nicht automatisch ein Fall für den Wertstoffhof. Manchmal steckt hinter einem scheinbar großen Problem nur eine kleine Unterbrechung an einer Stelle, die jahrelang unauffällig gearbeitet hat.
Fot. Magnific (https://www.magnific.com)
